Nachdem die Vorgeschichte der ersten Diesellokomotiven der WLE im Beitrag „Der Anfang“ vorgestellt wurde, wollen wir uns nun mit den einzelnen Baureihen und Lokomotiven beschäftigen.
Die kleinen Mak mit 600 PS

Wie bereits beschrieben wurden im November 1955 die beiden ersten Loks der Baureihe 600 D von MaK getestet und für gut befunden. Beide Lokomotiven wurden ihren Einsatzdienststellen zugeteilt und die Lokführer ausgebildet.
VL 0611
Die Lok wurde dem Bw Münster Ost für die Rangierdienste in Münster, dem Stadthafen II und der Loddenheide zugeordnet. Auch im Dienst vor Triebwagenersatzzügen fand die Lok Verwendung.

VL 0612
Auch die zweite Lok wurde nach den Probefahrten eingesetzt. Sie kam zum Bw Beckum Mitte für die Rangierdienste bei den vielen Anschließern im Raum Beckum und für die Übergabezüge zur DB nach Neubeckum.



VL 0613
Im Jahr 1959 konnte aus dem Lagerbestand der MaK eine weitere 600 PS Maschine erworben werden. Nach Überführung und Inbetriebnahme wurde diese Lok auf der Nordbahn Borken – Burgsteinfurt dem Bw Stadtlohn zugewiesen. Bis 1961 wurde der letzte noch verkehrende Personenzug bespannt und darüber hinaus alle Güterzüge. Die Lok wurde die Stammlok in Stadtlohn, aber später, wie alle anderen dieser Leistungsklasse im gesamten Netz der WLE eingesetzt.

Im Auszug aus dem Betriebmittelverzeichnis der WLE sind die drei 600 PS Maschinen wie folgt vermerkt. Man sieht an den Fabriknummern, die bei MaK zu dieser Zeit auch immer Aufschluß über die Leistung gaben, dass die beiden ersten Loks noch 500 PS geplant wurden.

Die etwas größeren der MaK mit 800 PS

Schon in den Nachbetrachtungen der Probefahrten wurde die Bestellung einer etwas stärkeren Lok erwähnt. Im Sommer 1956 wurde dann schon diese Lok ausgeliefert.
Da der hier verwendete 8 Zylinder Motor mehr Platz verlangt wurde bei dieser Baureihe ein längerer Rahmen genutzt (LüP 11,3 m statt 10,6 m bei 600 PS und 6 Zylinder) und die Schiebehaube über dem Motor von drei auf vier Lüfterschlitzreihen verlängert.
VL 0621
Sofort nach der Abnahme wurde die Lok der Dienststelle in Ennigerloh zugeteilt und ersetzte dort zwei Dampfloks. Aufgaben waren alle Übergabefahrten zwischen Neubeckum und Westkirchen und die umfangreichen Rangierarbeiten in Kalköfen und Ennigerloh an dieser Strecke.

VL 0622
Im Herbst 1959 bot die MaK eine ihrer Probemaschinen der WLE zur Übernahme an. Diese Lok hatte schon einige Auslandseinsätze, auch in Übersee hinter sich gebracht. Die Lok wurde dem Bw Münster Ost zugeteilt um Dampfloks auch von den Streckendiensten zwischen Münster und Neubeckum zu entbinden. Später war die Lok auch im Möhnetal mit dem Nahgüterzug zwischen Belecke und Brilon Stadt zu finden.



Im Auszug aus dem Betriebmittelverzeichnis der WLE sind die zwei 800 PS Maschinen wie folgt vermerkt. Hier ist das frühe Baujahr und die niedrige Fabriknummer der VL 0622 gut ersichtlich.

Zusammenfassung
Die Verdieselung der WLE wurde zum Ende der 1950er Jahre durch den Kauf von fünf Lokomotiven vorrangig für den Rangierdienst deutlich vorangetrieben.

Der Einsatz erfolgte über das ganze Netzt verteilt und erforderte somit die Ausbildung vieler Lokführer auf diesen Fahrzeugen.









Modell
Modelle der DB V65, ein Ableger der kleinen MaK gab und gibt es bei Hobbytrain, Roco und Weinert. Aber die DB Bauart unterscheidet sich in vielen Details von der Privatbahnausführung. Hier ist viel individueller Umbau nötig.



Quellen:
Sammlung Christoph Riegel
Archiv WLE, Lippstadt und Soest
Roland Hertwig, Die Baureihe V 65, EK-Verlag 2011
Diverse Netzfunde